Webservices


Ein Webservice ist plakative gesprochen erst einmal nichts anderes als eine Evolution von konventioneller Middleware (siehe hier für weitere Informationen zur Klassifikation von elektronischen Diensten). Als Basis von Webservices dienen dabei SOAP, WSDL oder REST. Diese Grundbausteine werden um weitere Techniken ergänzt, die sich beispielsweise um Transaktionen oder die Sicherheit kümmern.

Grundsätzlich kämpfen Webservice mit dem Problem, dass es keine verbindliche Definition dafür gibt. Dementsprechend existieren die unterschiedlichsten Betrachtungen, wobei ein Großteil der unterschiedlichen Definitionen eins gemeinsam haben: Sie definieren Web Services als eine Technik zur Maschinen-Maschinen-Kommunikation. Am klarsten wird dies in der Webservice-Definition des W3C:
„A Web service is a software system designed to support interoperable machine- to-machine interaction over a network. It has an interface described in a machine-processable format (specifically WSDL). Other systems interact with the Web service in a manner prescribed by its description using SOAP-messages, typically conveyed using HTTP with an XML serialization in conjunction with other Web-related standards. (August 2003)“
Wie schon oben angedeutet, lassen sich Webservices in zwei große Lager einteilen:
  • SOAP/WSDL Web Services (auch WS-* Web Services genannt)
  • RESTful Web Services
Während SOAP ein Protokol ist, ist REST ein Architekturstil. SOAP ist Unabhängig vom Transportmedium und bietet eine Fülle an Erweiterungsmöglichkeiten. Damit unterstützt es viele Arten von verteilten Anwendungen. REST hingegen fokussiert sich auf Anwendungen im World Wide Web und ist damit in vielen Fällen besser in HTTP integriert, als SOAP-basierte Services. Dies mag einer der Gründe sein, weshalb sich REST großer Beliebtheit erfreut. Ein weiterer Grund mag auch die einfachere Einarbeitung sein, da man bei SOAP am Anfang durch den Funktionsumfang fast erschlagen wird.



Noch im Jahr 2003 soll Jeff Barr, damaliger Amazon's chief web services evangelist, gegenüber Tim O'Reilly geäußert haben, dass Amazon SOAP und REST-Schnittstellen bei ihrem Web Services integriert hätten, wobei 85% des AWS Traffic REST wäre und dementsprechend lediglich 15% SOAP.1

Die Anwendungsgebiete von Webservices sind sehr variabel und reichen vom Grid Computing bis zu online Shopping-Anwendungen.

Semantic Web Services

Semantic Web Services waren einer der größeren Weiterentwicklungen in der letzten Zeit. Unter diesem Begriff versteht man Webservices, die mit semantischen Inhalten angereichert werden. Vorteile sind dadurch unter anderem:
  • Automatisches Auffinden
  • Automatisches Auswählen
  • Automatisches Ausführen
  • Automatische Komposition
Damit dies gelingt, kommen Techniken aus dem Bereich des Semantic Webs zum Einsatz, wobei erst die Semantic Web Services das bisherige theoretische Konstrukt Semantic Web realisierbar machen.

Auszeichnungssprachen, die Semantik in Webservices bringen sind unter anderem:

Smart Webservices

Nicht nur das Haus wird Smart. Während das Smart Home, mit intelligenten Thermostaten oder Türschlössern lockt, sollen auch Webservices „smarter“ werden. Smart Webservices sind damit die momentan höchste Stufe bei der Evolution der Webservices. Nötig macht unter anderem die Entwicklung, die mit dem Smart Home stark zusammenhängt: Das Web of Things als nächste Stufe des Internet of Things. Mit dem Web of Things sollen Probleme behoben werden, mit denen sich das Internet of Things schon heute herumärgert: viele verschiedene Ansätze, wenig Kompatibilität und damit ein fehlender Netzwerkeffekt. Unter anderem durch Standardisierung und „smarteren“ Schnittstellen, sollen diese Probleme gelöst werden.

Die Schnittstelle ist es, die einen Webservice smart werden lassen soll. Durch das Einfließen von Intelligenz direkt in die Schnittstelle, soll unter anderem eine kontext-basierte Adaption von Web Services möglich sein, sprich ein automatisches Einstellen, basierten auf die aktuelle Situation, in der sich das Gerät befindet. Damit sollen autonome Handlungen des Webservices ermöglicht werden.

Quellen und Einzelnachweise

Zuletzt aktualisiert am 26.07.2016

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