Cloud Computing Grundlagen


Unter einem Cloud Computing versteht man den Ansatz der Auslagerung und Nutzung von IT-Infrastrukturen (Rechenkapazität, Speicher, Software usw.) in ein Netzwerk. Der Nutzer selbst also betreibt einen großen Teil der IT-Landschaft nicht mehr, sondern nutzt diese ortsunabhängig über ein Netzwerk, beispielsweise das Internet. Für die Nutzung ist dann ein entsprechendes Entgelt zu zahlen. Man bezeichnet den Ort der Anwendungen und Daten auf die Zugegriffen wird als Cloud („Wolke“).

Der Weg zum Cloud Computing

Der Weg zum Cloud Computing ist in gewisser Weise auch wieder ein Rückschritt in die alte Mainframe Ära. Damals gab es nur einzelne Großrechner (sogenannte Mainframes) auf diese man erst nur vom Büro, später auch über die Telefonleitung zugreifen konnte. Man musste sich zwar nicht um die Wartung der Mainframes kümmern, da dies die Techniker vor Ort übernahmen, dafür hatte man aber nur einen eingeschränkten Zugang zu Diensten und anfänglich auch nur eine Plattform.

Dann kam die Zeit der Personal Computers, in dem man sich den Mainframe „nach Hause holte“. Plötzlich hatte man seine eigene kleine Rechenmaschine unter dem Schreibtisch stehen auf der man selbst Programme installieren konnte und die Speicherung der Daten lokal erfolgte. Allerdings musste man sich auch selbst mit Installations- und Wartungsproblemen herumägern, ungenutzte Rechenzeit ging verloren und die lokale Speicherung geriet zumindestens noch früher schnell an ihre Grenzen.

Mit der aufkommenden neuen Technologie findet inzwischen mit dem Cloud Computing wieder eine Rückbesinnung statt. Vom Lokalen geht es nun wieder ins Globale und man profitiert von den damaligen Mainframe-Vorteilen, ohne sich mit den Krankheiten herumschlagen zu müssen. So gibt es in der Cloud praktisch keine Installations/Wartungsprobleme, Rechenzeit wird nicht verschwendet, im Gegenteil sie wird dynamisch dem eigenen Bedarf angepasst. Inzwischen bietet die Cloud auch eine große Auswahl an unterschiedlichen Plattformen und Anwendungen an. Zudem sorgen neue Lizenzmodelle für Kostenersparnisse.

Cloud Computing Charakteristiken

Die NIST (National Institute of Standards and Technology) listet fünf essenzielle Charakteristika für Cloud Computing auf1:
  1. On-demand self-service: Ein Kunde kann sich einseitig Rechen-Ressourcen wie Rechenzeit und Netzwerkspeicher automatisch beschaffen, ohne das eine menschliche Interaktion von der Seite des Service Provider nötig wäre.
  2. Broad network access: Die Ressourcen in der Clound sind über ein Netzwerk und Standard-Mechanismen zugänglich. Damit kann man jederzeit mit den verschiedensten Geräten (Smartphones, Laptops …) darauf zugreifen.
  3. Resource pooling: Die Ressourcen des Providers werden vereint, um so mehrere Kunden bedienen zu können. Genutzt wird dabei ein mandantenfähiges Modell (multi-tenant model) mit verschiedenen physikalischen und virtuellen Ressourcen dynamisch dem Kundenbedarf zugewiesen und wieder abgezogen.
  4. Rapid elasticity: Ressourcen können schnell und elastisch bereitgestellt werden.
  5. Measured Service: Cloudsysteme kontrollieren und optimieren Ressourcen automatisch. Ressourcen-Nutzung kann überwacht, kontrolliert und mitgeteilt werden und bietet damit Transparenz für Provider und Kunden des genutzten Services.

Vorteile und Nachteile von Cloud Computing

Wie jede Technologie besitzt auch das Cloud Computing verschiedene Vorteile aber auch Nachteile. Dies sind unter anderem:

Vorteile

  • Flexibilität
  • Hohe Investitionen in eigene Infrastruktur kann vermieden werden
  • Belastungsspitzen können einfacher abgefangen werden
  • Gezahlt wird nur für das was auch Gebraucht wird

Nachteile

  • Datenschutz
  • Sicherheit
  • Abhängigkeit von Cloud Betreiber
  • Langfristig evtl. kostenintensiver


Quellen und Verweise

1 http://de.slideshare.net/crossgov/nist-definition-of-cloud-computing-v15

Artikel vom 31.07.2014

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